Rita Schwarzelühr-Sutter, MdB, SPD
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen!
Liebe Kollegen! Was für ein Schauspiel heute!
Man könnte fast meinen, die Augsburger Puppenkiste ist
wieder auf Tournee.
Auf dem Programm stehen Wahlversprechen aller Art.
Angekündigt ist eine hundertprozentige Befriedigung
der Wählerinnen und Wähler und ihrer Wünsche.
In Bezug auf den Handlungsablauf befinden wir uns
gerade in einem retardierenden Moment:
Hochdramatisch meldet sich einer der Kronprinzen zu Wort,
widerspricht der Königin und droht gar mit Auszug aus dem
Schloss, wenn nicht Wegezoll für Fremde verlangt wird. –
Sie wissen, wen ich meine. Wir, das mehr oder weniger
geneigte Publikum, wissen dennoch, dass das
Unvermeidliche folgen wird; denn die Puppenspielerin wird
am Ende des Stücks das Krokodil Horst und den Kasper
Peter wieder zurück in die Kiste stecken und zum
nächsten Auftrittsort weiterreisen.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer
fordert eine Pkw-Maut für Ausländer und will damit die
Hoheit über die Stammtische wiedergewinnen. Ich frage
mich manchmal wirklich, warum es eigentlich keine
Maut für politische Geisterfahrer gibt.
Pkw-Maut als Wunderwaffe für blasse Verkehrsminister!
Ich denke hier nur an die Helmpflicht für Radfahrer, an
das Punktesystem und anderes.
Sie sagen dann auch noch, es gehe Ihnen um mehr
Gerechtigkeit und mehr Geld für den Straßenbau – und
das wollen Sie natürlich nur von den Ausländerinnen
und Ausländern, Europarecht hin oder her. Das
Europarecht scheint wenigstens in den Augen des Ministers
Seehofer nur eine Nebensächlichkeit zu sein; aber ich
sage Ihnen eines: Das drückt bei allem Spaß aus,
welches Rechtsverständnis Sie haben, wie Sie zu Recht und
Gesetz stehen und welche Haltung Sie in Europa
einnehmen.
Wir lehnen die Pkw-Maut ab, weil die Fahrerinnen
und Fahrer von Pkw, wie schon gesagt, bereits eine
Menge Geld zahlen, nämlich 53 Milliarden Euro pro
Jahr. Aber nur 17 Milliarden Euro pro Jahr werden in
den Straßenverkehr investiert. Glauben Sie wirklich,
dass Ihnen jemand abnimmt, dass Ihre Pkw-Maut on top
kommt? Sie versprechen dem Handwerker und dem
Pendler im ländlichen Raum, dass sie da das El Dorado,
das Paradies, für Straßen finden. Das ist doch wirklich
nicht die Wahrheit; vielmehr hängen Sie den Menschen
eine goldene Karotte bzw. eine Wurst vor die Nase.
Enttäuscht müssen Handwerker und Pendler vor
allem deswegen sein, weil das doch eigentlich Ihr Klientel
ist. Haben Sie sie vor lauter Eifer in Ihrem Wahlkampf
vergessen? Sagen Sie ihnen, wenn die Maut ausgeweitet
wird, doch auch einmal, wo der Verkehr dann hinfließt
und welche Umverkehre entstehen. Der Verkehr flutet
dann doch auf die Landstraßen, und unsere schönen
Autobahnen werden dann gar nicht mehr genutzt.
Die eigentlichen Verursacher lassen Sie außen vor.
Hier haben Sie in dieser Legislaturperiode richtig viel
Geld verschleudert. Sie haben keine Mautspreizung
vorgenommen, und Sie haben keinen Anreiz für mehr Euro-
6-Lkw geschaffen. Der Verkehrsminister hat sich
vielmehr darauf zurückgezogen, dass er erst ein lupenreines
Wegekostengutachten brauche, bevor er so etwas jemals
noch einmal unternimmt.
Sie haben kein Herz für Verbraucherinnen und
Verbraucher, sondern Sie versuchen, sie gnadenlos
abzuzocken.
Maut heißt nur, noch mehr Geld von inländischen
Autofahrern abzukassieren.
Ich zitiere Herrn Meyer vom ADAC.
– Keine Aufregung, Herr Kauder.
Maut-Vorschläge sind an Einfallslosigkeit kaum zu
überbieten.
Recht hat der Herr Meyer vom ADAC.
Die Kanzlerin und die Bundesregierung haben
versprochen, dass es keine Pkw-Maut gibt. Deshalb frage
ich mich: Was sind die Versprechen dieser
Bundesregierung eigentlich wert?
Es war bezeichnend, dass ein Staatssekretär nicht für die
Bundesregierung, sondern eigentlich für die CSU
gesprochen hat. Oder hat er doch für die Regierung
gesprochen? Wir werden versuchen, das einzuordnen. Der
Bürger vor Ort aber weiß jetzt, woran er ist: Er wird abkassiert und abgezockt. Die eigentlichen Lkw-
Dreckschleudern aus dem Osten – oder was weiß ich, woher –
werden Sie aber weiter fröhlich durch das Land ziehen
lassen. Sie halten sich lieber an die Verbraucher, die
Bürgerinnen bzw. Bürger, die am Ende die Zeche bezahlen.
Glück auf!
Liebe Kollegen! Was für ein Schauspiel heute!
Man könnte fast meinen, die Augsburger Puppenkiste ist
wieder auf Tournee.
Auf dem Programm stehen Wahlversprechen aller Art.
Angekündigt ist eine hundertprozentige Befriedigung
der Wählerinnen und Wähler und ihrer Wünsche.
In Bezug auf den Handlungsablauf befinden wir uns
gerade in einem retardierenden Moment:
Hochdramatisch meldet sich einer der Kronprinzen zu Wort,
widerspricht der Königin und droht gar mit Auszug aus dem
Schloss, wenn nicht Wegezoll für Fremde verlangt wird. –
Sie wissen, wen ich meine. Wir, das mehr oder weniger
geneigte Publikum, wissen dennoch, dass das
Unvermeidliche folgen wird; denn die Puppenspielerin wird
am Ende des Stücks das Krokodil Horst und den Kasper
Peter wieder zurück in die Kiste stecken und zum
nächsten Auftrittsort weiterreisen.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer
fordert eine Pkw-Maut für Ausländer und will damit die
Hoheit über die Stammtische wiedergewinnen. Ich frage
mich manchmal wirklich, warum es eigentlich keine
Maut für politische Geisterfahrer gibt.
Pkw-Maut als Wunderwaffe für blasse Verkehrsminister!
Ich denke hier nur an die Helmpflicht für Radfahrer, an
das Punktesystem und anderes.
Sie sagen dann auch noch, es gehe Ihnen um mehr
Gerechtigkeit und mehr Geld für den Straßenbau – und
das wollen Sie natürlich nur von den Ausländerinnen
und Ausländern, Europarecht hin oder her. Das
Europarecht scheint wenigstens in den Augen des Ministers
Seehofer nur eine Nebensächlichkeit zu sein; aber ich
sage Ihnen eines: Das drückt bei allem Spaß aus,
welches Rechtsverständnis Sie haben, wie Sie zu Recht und
Gesetz stehen und welche Haltung Sie in Europa
einnehmen.
Wir lehnen die Pkw-Maut ab, weil die Fahrerinnen
und Fahrer von Pkw, wie schon gesagt, bereits eine
Menge Geld zahlen, nämlich 53 Milliarden Euro pro
Jahr. Aber nur 17 Milliarden Euro pro Jahr werden in
den Straßenverkehr investiert. Glauben Sie wirklich,
dass Ihnen jemand abnimmt, dass Ihre Pkw-Maut on top
kommt? Sie versprechen dem Handwerker und dem
Pendler im ländlichen Raum, dass sie da das El Dorado,
das Paradies, für Straßen finden. Das ist doch wirklich
nicht die Wahrheit; vielmehr hängen Sie den Menschen
eine goldene Karotte bzw. eine Wurst vor die Nase.
Enttäuscht müssen Handwerker und Pendler vor
allem deswegen sein, weil das doch eigentlich Ihr Klientel
ist. Haben Sie sie vor lauter Eifer in Ihrem Wahlkampf
vergessen? Sagen Sie ihnen, wenn die Maut ausgeweitet
wird, doch auch einmal, wo der Verkehr dann hinfließt
und welche Umverkehre entstehen. Der Verkehr flutet
dann doch auf die Landstraßen, und unsere schönen
Autobahnen werden dann gar nicht mehr genutzt.
Die eigentlichen Verursacher lassen Sie außen vor.
Hier haben Sie in dieser Legislaturperiode richtig viel
Geld verschleudert. Sie haben keine Mautspreizung
vorgenommen, und Sie haben keinen Anreiz für mehr Euro-
6-Lkw geschaffen. Der Verkehrsminister hat sich
vielmehr darauf zurückgezogen, dass er erst ein lupenreines
Wegekostengutachten brauche, bevor er so etwas jemals
noch einmal unternimmt.
Sie haben kein Herz für Verbraucherinnen und
Verbraucher, sondern Sie versuchen, sie gnadenlos
abzuzocken.
Maut heißt nur, noch mehr Geld von inländischen
Autofahrern abzukassieren.
Ich zitiere Herrn Meyer vom ADAC.
– Keine Aufregung, Herr Kauder.
Maut-Vorschläge sind an Einfallslosigkeit kaum zu
überbieten.
Recht hat der Herr Meyer vom ADAC.
Die Kanzlerin und die Bundesregierung haben
versprochen, dass es keine Pkw-Maut gibt. Deshalb frage
ich mich: Was sind die Versprechen dieser
Bundesregierung eigentlich wert?
Es war bezeichnend, dass ein Staatssekretär nicht für die
Bundesregierung, sondern eigentlich für die CSU
gesprochen hat. Oder hat er doch für die Regierung
gesprochen? Wir werden versuchen, das einzuordnen. Der
Bürger vor Ort aber weiß jetzt, woran er ist: Er wird abkassiert und abgezockt. Die eigentlichen Lkw-
Dreckschleudern aus dem Osten – oder was weiß ich, woher –
werden Sie aber weiter fröhlich durch das Land ziehen
lassen. Sie halten sich lieber an die Verbraucher, die
Bürgerinnen bzw. Bürger, die am Ende die Zeche bezahlen.
Glück auf!